Big In Japan

Ein Reisebericht

Ende des Jahres 2017 führte mich mein Reisedrang durch das fazinierende Japan. Ursprüngliches Ziel der Reise war ein Konzert der britischen Band Muse in der Yokohama Arena in Yokohama/Tokyo. Da aber nun mal wirklich niemand so verrückt ist, nur wegen eines Konzertes ans andere Ende der Welt zu fliegen, musste eine längere Reise  geplant werden. Gesagt, getan - schon sitzt man im Flieger und freut sich auf das, was man nicht erwartet hatte!

Tokio

Tokyo und seine Metropolregion besticht vor allem durch zwei Dinge: Menschenmassen und Beton, so weit man blicken kann. Wer also auf Urlaub und Erholung aus ist, dem sei definitiv abgeraten, nach Japan zu fliegen. Zu jeder Tageszeit herrscht in der 37 Millionen-Metropole Tokyo/Yokohama reges Treiben. Gerade in der abendlichen Rushhour überrollt einen eine Walze aus Menschen, die allerdings alle ihren Weg gehen und diesen auch finden. Überquert man die weltbekannte Shibuya-Kreuzung zeitgleich mit bis zu 15.000 anderen Menschen, ist man danach überrascht, wie leicht und diszipliniert dies vonstatten geht. Der Verkehr sowohl für Fußgänger, Bus, Auto und Zug ist penibel geregelt. Kontinuierlich aufgezeichnete Pfeile und Markierungen auf dem Asphalt weisen den Fußgängern die Wege in die U-Bahn-Stationen. Dort wird sich dann brav hintereinander angestellt um auf die Züge zu warten, die im Sekundentakt eintreffen. 

Wir haben uns für die Zeit in Tokyo in einer AirBNB-Unterkunft im Bezirk Minato im Herzen der Stadt einquartiert. Strategisch gut gewählt, konnten wir alle unsere Ziele für die erste Woche einfach erreichen.

Hallo Akihabara!

Einer unserer ersten Ausflüge ging in den Bezirk Akihabara, die “Electric City” in Tokyo. Hier findet der Elektronikfan wirklich alles was das Herz begehrt. Kein Media Markt der Welt kann mithalten mit dem, was z. B. das Yodabashi-Elektronikcenter zu bieten hat. Von Consumer- bis Profi-Equipment gibt es auf 8 Stockwerken jedes erdenkliche Elektronikteil zu kaufen. Akihabara ist aber auch DAS Viertel für Manga- und Cosplay-Fans. Shops für Kostüme, DVDs und Comics findet man an jeder Ecke. Etwas verstörend waren die sogenannten “Maid-Cafes”, in denen der Gast von jungen Mädchen in Schuluniformen bedient - und verehrt wird. An jeder Straßenecke “lauern” die Mädchen auf, um einen in ein solches Cafe zu locken. Hört sich fast an wie Prostitution, ist es aber nicht. In diesen Cafes werden Süßigkeiten verkauft. Wer drauf steht, kann das gerne auch ausprobieren. Leider kann ich selbst mit dieser Jugendkultur rund um Manga ziemlich wenig anfangen, weshalb ich jetzt auch nicht weiter darauf eingehe. Die Klischees werden aber in Akihabara definitiv bedient.

Dritte Ersterfahrung, die wir in Akihabara machen durften, waren die Pachinko Spielhallen die sich bei den Japanern sehr großer Beliebtheit erfreuen. Dort finden sich auf meiste mehreren Ebenen hunderte Spielautomaten, an denen man sein Glück versuchen kann. Der Lärmpegel in diesen Casinos liegt beständig bei über 90 Dezibel, weshalb die Profis auch mit professionellem Gehörschutz spielen. Keine zehn Minuten haben wir es in einer dieser Spielhöllen ausgehalten. Übrigens ist in Japan das Glücksspiel um Geld verboten. In Pachinko Casinos wird mit und um Metallkugeln gespielt, die sich dann gegen Sachpreise oder sogar Goldbarren eintauschen lassen.

Asakusa / Skytree

Nächstes Ziel nach unserem verrückten Einstieg war der Stadtteil Asakusa. Dort befindet sich der Sensō-ji, der älteste und bedeutendste buddhistische Tempel Tokyos. Dieser ist auch unter den Japanern ein sehr gefragtes Wochenendausflugsziel, weshalb wir uns im Nachhinein vielleicht nicht den Samstag als Besuchstag hätten aussuchen sollen.

Der Weg zum Tempel führt durch eine Einkaufspromenade aus Verkaufsständen, die vor allem traditionelles Essen und Kleidung aber auch viele Souvenirs anboten. Am Tempel selbst war dann kurzes Innehalten angesagt. Es war durchaus interessant zu beobachten, wie die Menschen dort ihren Glauben ausleben. Auch gewannen wir Einblick in so manches Ritual, was vor Ort ausgeübt wird.

In der Nähe befindet sich auch der Tokyo SkyTree, der mit 634 Metern höchste Fernsehturm der Welt. Natürlich ist es ein Muss für einen Filmemacher, dort hochzugehen und ein paar beeindruckende Von-Oben-Aufnahmen Tokyos zu machen. Wir waren pünktlich zur Abenddämmerung am Aufzug, der uns in ein paar Sekunden auf 450 Meter zur Aussichtsplattform brachte. Die Aussicht war beeindruckend und auch zugleich beängstigend. Egal in welche Himmelsrichtung man blickte - die Stadt schien schier unendlich zu sein. Mit einsetzender Dunkelheit verwandelte sich Tokyo in ein Lichtermeer, welches weltweit seinesgleichen sucht. Jeder Pixel wurde mit anderen Lichtfarben gefüllt. Platz für dunkle Stellen wurde kaum mehr gelassen.

Shibuya, Shibuya!

In Tokyo muss man auch zumindest einmal den Bezirk Shibuya besuchen, der weltbekannt ist für die spektakuläre Shibuya Crossing. An dieser Straßenkreuzung laufen zeitweise über 10.000 Menschen gleichzeitig über die Straße. Das geschieht nicht nur geradeaus, sondern auch diagonal und lässt einen Burschen aus dem Oberpfälzer Wäldchen erst mal mit offenem Mund dastehen. Der Moment, wenn alle Verkehrsampeln gleichzeitig auf Rot springen und den Weg für die auf allen Seiten wartenden Fußgänger freigeben ist einfach nur spektakulär. Die gigantischen LED-Wände und die 360-Grad-Musikbeschallung tragen ihr übriges zur gleichzeitigen Reizüberflutung aller Sinnesorgane bei. Interessanterweise finden alle Menschen ihren Weg. Es kommt wie auch in anderen überfüllten Orten zu keinerlei Gedränge oder Zusammenstößen. Japaner sind einfach sehr diszipliniert! ;-)

Was gibt es sonst so in Shibuya zu entdecken? Verlässt man den Bahnhof durch den Hachiko-Exit kommt man am Denkmal des "treuen Hundes Hachiko" vorbei. Dieser Hund ist in Japan der Inbegriff für Treue und hat in den 20er-Jahren jeden Tag zehn Jahre lang am Bahnhof auf sein verstorbenes Herrchen gewartet. Die Geschichte wurde sogar verfilmt. Das Denkmal soll an Hachiko erinnern und ist ein beliebter Treffpunkt in Shibuya.

Läuft man dann erstmal über die Kreuzung (und zurück - und gleich nochmal - und zurück - und gleich nochmal), findet man sich in einem der beliebtesten Ausgeh-, Einkaufs- und Food-Viertel wieder, welches Tokyo zu bieten hat. Wohl vor allem unter Ausländern sehr beliebt ist die Shibuya-Filiale von Genki Sushi - ein sehr außergewöhnliches Sushi-Restaurant. Allein der automatisierte Bestellvorgang und die anschließende Anlieferung des Sushis ist einen Besuch wert. Über ein Schienensystem wird die Bestellung direkt an den eigenen Platz geliefert. Da sehen die "Running-Sushi"-Restaurants in Deutschland ziemlich blass aus dagegen. Allerdings hat diese Sushibar rein gar nichts mit einem traditionellen japanischen Sushi-Restaurant zu tun. 

Zu guterletzt verirren sich auch sehr viele Straßenkünstler in die Gassen von Shibuya. Teilweise spielen sogar ganze Bands in der Fußgängerzone und hoffen auf begeisterte Zuhörer. Die bekommen sie auch - ich hatte den Eindruck, die japanische Jugend ist ziemlich schnell und einfach zu begeistern. 

Kawaguchi, Mount Fuji

Hallo Fuji-san!

Da Shibuya unserem ersten Besuch in Akihabara in Sachen schrill, bunt, und laut in nichts nachstand, beschlossen wir nach dem Konzertbesuch in Yokohama mal einen ruhigeren Tag einzulegen und einen Tagesausflug zum Mount Fuji zu unternehmen. Japans berühmtester Vulkan befindet sich zirka 100 km südwestlich von Tokyo und ist etwas umständlich aber auf einer malerischen Fahrt mit der Bahn zu erreichen. Besteigen lässt sich der 3776 Meter hohe Berg offiziell nur in den Monaten Juli und August - aber das wollten wir bequemen Deutschen auch gar nicht.

Bei strahlendem Sonnenschein machten wir uns auf den Weg in die Fünf-Seen-Region nördlich des Fuji um ihn aus der Nähe zu sehen und die ländlichere Seite Japans kennenzulernen. Wir fuhren mit einer mehr oder weniger Panoramabahn nach Fujikawaguchiko um eine kleine Wanderung um den Kawaguchisee zu unternehmen. Das Touristenörtchen punktete zwar nicht gerade mit seiner Schönheit, allerdings war der Ausblick auf den Fuji und das bunte Herbstbild rund um den See dafür umso schöner. Wir hatten das Glück, einen sonnigen Tag außerhalb der Touristen-Saison zu erwischen, was den Ausflug sehr angenehm und ruhig gestaltete.Hier haben wir uns auch auf sehr tradionelles Essen eingelassen - eine Art Pichelsteiner mit etwas anderen Zutaten. Sehr lecker und deftig. 

Der Fuji selbst zeigte sich an diesem Tag von seiner besten Seite. Zwar waberten ein paar Wölkchen um seine Spitze, allerdings hatte man meistens einen atemberaubenden Blick auf den Berg. Im Shinto-Glauben und auch im Buddhismus wird der Berg als heilig angesehen und steht heute in aller Welt als Symbol für Japan.

Ueno Park

Und wenn man sich schon erholt, dann gleich doppelt. Zurück in Tokyo haben wir dann auch den Ueno Park besucht, einen der größten und schönsten Parks Tokyos. Dort gab es auch viel zu entdecken. Unter anderem sind dort viele Museen und der Ueno-Zoo angesiedelt. Sehr gut besucht ist der Park vor allem zur Zeit der Kirschblüte. Der Zoo liegt sehr unscheinbar im Park, kostet nur umgerechnet 4 Euro Eintritt und entpuppte sich als sehr großzügig angelegt. Natürlich haben hauptsächlich Kinder Spaß daran, exotische Tiere kennenzulernen. Sehr stolz ist der Zoo übrigens auf seinen Panda-Nachwuchs, den wir aber leider nicht zu Gesicht bekamen.

Außerdem stand für uns ein Besuch im Naturwissenschaftsmuseum an. Ähnlich wie im Deutschen Museum in München laden dort verschiedene Welten zur Erkundung ein. Aufwendig gestaltet und mit sehr vielen technischen Spielereien gespickt war vor allem die Ausstellung zur Evolutionsgeschichte von Dinosauriern bis zur Neuzeit. 

Im Park wurde auch ein kleiner See angelegt, der die etwas angestaubte, altbacken wirkende Umgebung etwas gemütlicher erscheinen ließ. Umzingelt von grauen Hochhäusern wirkte der Park wie eine deplatzierte Oase um den gestressten Japanern einen Platz zur Erholung zu bieten. Sehr amüsiert haben wir uns gemeinsam mit den vielen Koi-Karpfen, die den See ihre Heimat nennen. Sobald man nur ein Bröselchen in den See fallen ließ, tauchten 30 Koi-Karpfen auf, die einen um Futter anbettelten.

Kyoto und Osaka

Nächster Halt: Kyoto

Nach einer Woche Tokyo hatten wir erst einmal genug von dieser lebendigen Stadt und beschlossen, einen dreitägigen Trip nach Kyoto und Osaka zu unternehmen. Im Nachhinein betrachtet war das evtl. ein zu kurzer Zeitraum um wirklich viel von beiden Städten zu sehen, allerdings haben wir zumindest einen kleinen Eindruck gewonnen. Mit dem Shinkansen ist das 500 km von Tokyo entfernte Kyoto in 2,5 Stunden erreichbar (liebe deutsche Bahn, nimm dir da mal ein Beispiel!) und war auch unser erstes Ziel. Die Stadt hat "nur" 1,45 Millionen Einwohner und ist eine der ältesten und kulturell bedeutsamsten Städte Japans. Im zweiten Weltkrieg war Kyoto die einzige Großstadt Japans, die von Bombardierungen verschont und somit auch am besten erhalten geblieben ist. In Kyoto finden sich mehr als 1600 buddhistische Tempel und 400 Shinto Schreine. 

Einen der bedeutendsten Schreine haben wir gleich nach unserer Ankunft besucht. Nicht weit vom Hauptbahnhof befindet sich der Fushimi Inari-Taisha, ein großer Shinto-Schrein und gleichzeitig sehr beliebtes Ziel bei Touristen aus aller Welt. Er ist der Göttin Inari gewidmet, die in der Shinto-Religion für Fruchtbarkeit, Reis und Füchse steht. Erkennbar sind die über 30.000 Inari-Schreine meist an Fuchs-Statuen und an den orangenen Torii, von denen es allein in Fushimi mehr als 10.000 Stück gibt, die verschiedene (Wander-)wege bilden. Nach einer kleinen Einführung in Shinto durch eine freundliche Japanerin (nein, sie hat uns nicht abgezockt :D), sind wir einige dieser Wege durch die Tore auch abgelaufen. Leider war es schon zu dunkel um wirklich schöne Fotos während dieser interessanten Erfahrung zu machen. Übrigens wurde viele der Tore von japanischen Firmen gesponsert, deren Name dann auch auf der Rückseite des jeweiligen Tors vermerkt wurde.

Außerdem haben wir in Kyoto einen Halbtagesausflug zum Iwatayama Affenpark gemacht. Etwas schwerer zu erreichen, da auf einem Berg gelegen, erwarteten uns freilebende Japanmakaken oder auch Schneeaffen, die keinerlei Scheu vor dem Menschen hatten. Der Aufstieg hätte sich auch so schon gelohnt, da ich mit meiner Kamera einen tollen Ausblick auf Kyoto einfangen durfte. Schöner Ausblick, lustige Affen, tollerAusflug in die Natur! :-)

OSAKA? HOLLYWOOD!

Nach anderthalb Tagen Kyoto hatten wir noch einen Tag in Osaka, wo wir übrigens auch übernachtet haben. Kyoto und Osaka liegen nur 50 Kilometer auseinander, könnten aber unterschiedlicher nicht sein. Osaka ist eine weitere japanische Metropole und hat viel zu viel zu bieten für nur einen einzigen Tag Zeit. Wir kamen abends in unserer Unterkunft an und mussten erst mal über die Bauweise japanischer Mehrfamilienwohnhäuser schmunzeln. Die Außenwände unserer Wohnung waren nicht viel dicker als Pappe, was zur Folge hatte, dass man schon kräftig heizen musste, um im November nachts nicht schon zu erfrieren. Noch beim Supermarkt-Sushi entschieden wir uns dafür, am nächsten Tag zwei völlig unterschiedliche Welten zu besuchen: Die Burg Osaka und die Universal Studios Japan. Touristischer gehts zwar kaum - aber wir hatten ja nur einen Tag! ;-)

Die sich über einen Quadratkilometer erstreckende Burg Osaka ist eine der berühmtesten Burgen Japans und beherrbergt im Inneren ein Museum, welches sich vor allem der Geschichte der Burg und der Belagerung Osakas 1614/1615 widmet. Die Burg wurde mehrere Male niedergebrannt oder zweckentfremdet, allerdings immer wieder aufgebaut. Bei der letzten Renovierung im Jahre 1997 wurde das 8-stöckige Gebäude in das Museum umgebaut, das es auch bis heute ist. Dazu muss ich sagen, dass ich im Inneren einer historisch bedeutsamen Burg kein modernes Museum mit Aufzügen erwartet hätte. Immerhin wurde der Stil dann durchgezogen und mit modernen, aufwenigen Mitteln die Geschichte der Burg erzählt. 

Gleich um die Ecke befindet sich der Osaka Business Park, in dem wir an diesem Tag vermutlich verschiedenen Abschlusszeremonien japanischer Schulklassen (evtl. auch Musikschulen) beiwohnen durften. Den Rest des Tages verbrachten wir dann auf einem anderen Kontinent....

EINMAL USA UND ZURÜCK BITTE...

Die Universal Studios Osaka sind der japanische Ableger der US-amerikanischen Themenparks des Filmstudios Universal. Ich war vorher noch nie in einem Themenpark und wollte die Gelegenheit nutzen, einen kalten, bewölkten Novembernachmittag mal etwas anders zu verbringen. Ich habe aber nicht damit gerechnet, was uns dann da überrollen sollte. Hatte man erst mal umgerechnet 55 € Eintritt pro Person gezahlt, tauchte man ein in eine magische Welt verschiedener Hollywoodfilme und konnte verschiedene Shows, Attraktionen und Achterbahnen erleben. Jede einzelne dieser Attraktionen beeindruckte uns auf ihre Art und Weise. Einmal mit einer Wildwasserbahn durch den Jurassic Park zu fahren oder einen Abstecher nach Hogwarts und die Zauberwelt rund um Harry Potter zu machen wollte man doch schon als kleines Kind. Andererseits ist der Park ein Ort, wo wohl die obere Grenze an Kommerz und Kapitalismus erreicht wurde. Hier bekam man an jeder Ecke das Geld aus der Tasche gezogen. 

Wir hatten das Glück, aufgrund unserer späten Ankunft und des eher schlechten Wetters nie lange für die Attraktionen anstehen zu müssen und hatten zum Schluss das Gefühl, wirklich viel Show und Spaß für unser Eintrittsgeld bekommen zu haben. Unter anderem konnten wir die Filme rund um Spider Man, Jurassic Park, Harry Potter, Backdraft, Der weiße Hai aus einer ganz anderen erlebnisorientierten Sicht (und auf japanisch) erleben. Das abendliche Osaka blieb aber natürlich etwas auf der Strecke und zeigte sich nur während der Fahrt mit einer der riesigen Achterbahnen im Park.

AUSKLANG IN TOKYO...

Dann ging es mit dem Shinkansen auch schon wieder zurück nach Tokyo, wo noch drei erholsame Tage auf uns warteten, die wir für eine Bootsfahrt, traditionelles Sushi und einen Besuch in Shinjuku nutzen sollten. Auch dieser Stadtteil ist sehr belebt und hat mit über 10 Prozent einen der höchsten Ausländeranteile in Tokyo. Der Bahnhof von Shinjuku glänzt mit einem der höchsten Passagieraufkommen der Welt und teilt das Gebiet in Business, Shopping und Vergnügen. In einem kleinen unscheinbaren Restaurant bekamen wir hier auch das bisher beste und günstigste Sushi-Menü serviert. Wir schauten dem Sushi-Koch bei der Zubereitung unseres Essens zu und fragten uns, wieso denn da dieser eine große Fisch im Aquarium schwimmen durfte, während alle anderen auf dem Sushibrett landeten. Übrigens lernte auch ein Grobmotoriker wie ich in zwei Wochen, einigermaßen mit Essstäbchen umzugehen. Trotzdem bleibt es mir ein Rätsel, wie man bitte Udon, Ramen und Co - also Suppen - ordentlich und ohne viel zu Kleckerei von der Schale in den Mund bekommt.

Zu guterletzt kann ich noch eine Schifffahrt bei Nacht empfehlen, die von der Tokyo Bay bis Asakusa geht und Einen mit durch die unendliche Skyline von Tokyo nimmt. Ich habe die bunt beleuchteten Brücken irgendwann nicht mehr gezählt, freute mich aber über tolle Aufnahmen und Eindrücke aus einer nochmals neuen Perspektive. 

In den drei Teilen dieses Berichtes habe ich ungefähr 60% unserer Erlebnisse beschrieben, was bedeutet, dass wir in den zwei Wochen Tokyo wirklich eine Menge erlebt haben. Wer eine völlig fremde Welt erleben will und sich auch darauf einlässt, dem sei Japan als Reiseziel dringend ans Herz gelegt. Zwar wird es allgemein als sehr teuer bezeichnet, allerdings kann man auch für relativ wenig Geld mit AirBNB und einer günstigen Lebensweise (öfters selbst kochen, viel laufen, viele gratis Sehenswürdigkeiten besuchen) einen schönen, abwechslungsreichen Aufenthalt haben. Wenn man dann auch noch gerne Filme dreht oder Manga- und Sushifan ist,  dann ist man in Japan genau richtig! 

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